Berufliche Rehabilitation hautnah erleben
Deutschen Rentenversicherung besucht WfbM des Erthal-Sozialwerks in Würzburg

Wie sieht berufliche Rehabilitation im Arbeitsalltag aus? Das erlebten am 21. Oktober neun Teilnehmende der Deutschen Rentenversicherung bei einem Informationstag in unserer Werkstatt des Erthal-Sozialwerks. Kolleg:innen aus verschiedenen Bereichen zeigten, welche Aufgaben und beruflichen Möglichkeiten unsere Arbeitsangebote bieten.
Berufliche Fähigkeiten einsetzen, verlässliche Strukturen erleben und mit der eigenen Arbeit etwas bewirken: Für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung, die aktuell keine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben können, eröffnet eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) Möglichkeiten zur beruflichen Teilhabe. Wie das im Arbeitsalltag gelingt, erlebten neun Teilnehmende der Deutschen Rentenversicherung beim Informationstag im Erthal-Sozialwerk in Würzburg.

Eine psychische Erkrankung kann den Zugang zum Arbeitsleben erschweren oder eine bestehende Beschäftigung unterbrechen. Berufliche Fähigkeiten, Erfahrungen und der Wunsch, einer sinnvollen Aufgabe nachzugehen, bleiben dennoch bestehen. Die WfbM des Erthal-Sozialwerks bietet einen Rahmen, in dem Menschen diese Stärken einbringen und weiterentwickeln können. Angepasste Arbeitsbedingungen und individuelle Begleitung schaffen dafür die Grundlage. Arbeit gibt dem Alltag Struktur, ermöglicht soziale Kontakte und macht die eigene Leistung sichtbar.
Leistungen, auf die andere zählen

Die Mitarbeitenden* bearbeiten Aufträge für Industrieunternehmen, öffentliche Einrichtungen, Kliniken und Privatpersonen. Am Standort Heidingsfeld fertigen sie beispielsweise Kabel, bauen Schaltschränke, bearbeiten Metall und übernehmen Montagearbeiten. Im Dokumentenservice in Grombühl bereiten sie Akten auf und digitalisieren sie. Im Klinikcafé versorgen sie Patient und Klinikpersonal und schaffen Raum für eine Pause vom Klinikalltag. Der Fahrradservice in der Sanderstraße repariert Fahrräder und verkauft Räder sowie Ersatzteile.
Mit ihrer Arbeit tragen die Mitarbeitenden zur Versorgung und Wertschöpfung in der Region bei. Ihre Produkte fließen in industrielle Fertigungsprozesse ein, ihre Dienstleistungen unterstützen den Alltag von Einrichtungen und Privatpersonen. Dabei erleben sie, dass ihre Fähigkeiten gefragt sind und ihre Arbeit etwas bewirkt. Einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten und dafür Anerkennung zu erfahren, stärkt das Selbstvertrauen und das Gefühl, dazuzugehören.
Von der Bewilligung zur beruflichen Teilhabe
Für die Gäste der Deutschen Rentenversicherung machte der Informationstag greifbar, was eine bewilligte und finanzierte Rehabilitationsmaßnahme im Alltag ermöglicht. Die Einblicke in die Arbeitsbereiche verdeutlichten, wie berufliche Anforderungen und individuelle Unterstützung zusammenwirken. Dabei geht es um die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, Fähigkeiten zu entwickeln und durch die eigene Arbeit Selbstwirksamkeit zu erfahren.

*Hinweis: In der Werkstatt für Menschen mit psychischer Erkrankung und Behinderung des Erthal-Sozialwerks werden die Klient:innen als „Mitarbeitende“ bezeichnet. Die angestellten Fachkräfte der Werkstatt werden als „Personal“ genannt.
Beitragsbild: Gemeinsam für berufliche Teilhabe: Gäste der Deutschen Rentenversicherung und Vertreter:innen des Erthal-Sozialwerks beim Informationstag am 21. Oktober 2026 (Foto: Tobias Hestner, Tatenwerk gGmbH).